Checkliste

Tipps für Eltern

So klappt’s mit den Kleinen – von Anfang an

Junge Mutter mit BabyBabys sind oft goldig, aber auch oft anstrengend.Misha - Fotolia

Nicht alles selbst machen

Die ersten Monate als Familie sind anspruchsvoll. Versuchen Sie nicht, alles perfekt hinzukriegen - das ist nicht notwendig und überfordert alle Beteiligten! Überlegen Sie vor der Geburt, wer wann die Hausarbeit macht, wie viel Freizeit Sie brauchen und wer sich wann um den Nachwuchs kümmert. Das können nicht immer Sie sein, denn auch Sie brauchen Erholung.

Pausen einplanen

Planen Sie bewusst Pausen ein, in denen Sie alleine oder als Paar entspannen. Das bewahrt Sie davor, auszubrennen und sich zu streiten. Suchen Sie rechtzeitig nach Personen, die während Ihrer Pausen zuverlässig und regelmäßig für das Kind da sein können. Denn alleine dürfen Sie Ihr Baby niemals lassen.

Mutter mit Baby auf dem ArmBabys brauchen viel Zuneigung.KNA /DCV

Dem Kind Zuwendung schenken

Kinder brauchen von Anfang an die Zuwendung und Fürsorge Ihrer erwachsenen Bezugspersonen. Nehmen Sie sich Zeit dafür! Das Füttern und die Körperpflege bieten die besten Möglichkeiten, Ihrem Kind auch "seelische" Nahrung zukommen zu lassen. Liebevolle Berührungen, Anlächeln, ein Wiegenlied, ein von Koseworten begleiteter Windelwechsel machen Ihr Kind glücklich.

Signale des Kindes richtig deuten

Besonders die ganz Kleinen brauchen immer wieder Pausen. Deswegen ist es wichtig, dass Sie lernen, die Signale Ihres Kindes zu verstehen. Sieht es müde aus? Wendet es den Blick ab? Dann gönnen Sie Ihrem Kind besser Ruhe. Es weiß selbst am besten, wie viel Anregung und Austausch es braucht und verträgt. Vertrauen Sie Ihrem Kind!

Sichere Bindung herstellen

In den ersten Lebensmonaten lernen Sie Ihr Kind kennen und Ihr Kind Sie. Was dann entsteht, nennt man Bindung. Geben Sie Ihrem Kind viel Körperkontakt. Es muss sich erst langsam an das Getrenntsein vom Körper der Mutter gewöhnen, es braucht Wärme und Zärtlichkeit. In den ersten Monaten besteht auch nicht die Gefahr, dass Sie Ihr Kind zu stark verwöhnen. Im Gegenteil: Wenn Sie es ausreichend umsorgen, auf seine Bedürfnisse reagieren, es viel auf dem Arm haben und zuverlässig trösten wird es weniger schreien und eine gute Bindung zu Ihnen aufbauen.

Aufs Schreien richtig reagieren

Ihr Baby kann noch nicht sprechen. Um seine Bedürfnisse mitzuteilen, macht es Grimassen und nutzt die Körpersprache, im Notfall fängt es an zu schreien. Dafür gibt es immer einen Grund. Finden Sie diesen heraus und handeln Sie entsprechend. Babys schreien nie, um Ihre Eltern zu etwas zu zwingen oder weil sie "böse" sind. Sie schreien in den ersten Monaten oft, weil sie

  • hungrig oder müde sind,
  • trotz Müdigkeit nicht schlafen können,
  • eine frische Windel brauchen oder wund sind,
  • Zuwendung und Körperkontakt brauchen,
  • sich langweilen oder überfordert sind, 
  • sich körperlich unwohl fühlen, beispielsweise Bauchweh haben.

Zur Orientierung: Bis zur sechsten Lebenswoche schreien Kinder im Schnitt 1 ½ Stunden, danach sogar 2 ½ Stunden. Ab der 16. Lebenswoche reduziert sich das Schreien etwa auf eine Stunde.

Babys schreien nie ohne Grund.Brebca - Fotolia

Beruhigungstricks anwenden

Manchmal ist es schwer herauszufinden, warum ein Baby weiterschreit, obwohl scheinbar für alles gesorgt ist. Vier Tipps für solche Situationen:

  • Holen Sie Hilfe. Vielleicht kann die Nachbarin das Baby mal zehn Minuten auf den Arm nehmen.
  • Machen Sie mit dem Baby einen Spaziergang. Frische Luft wirkt oft Wunder.
  • Zeigen Sie Ihrem Baby: Ich bin da, ich sehe, du hast es gerade schwer. Ich stehe dir bei – auch wenn ich dir jetzt nicht konkret helfen kann. Auch wenn Ihr Baby weiterschreit wird es fühlen, dass es nicht allein ist in seinem Leid.
  • Wenn Sie körperliche Probleme vermuten, gehen Sie mit dem Kind zum Arzt.

Eigene Schwächen erkennen

Manche Eltern schaffen es nicht so gut, auf ihr Kind einzugehen. Wenn Sie merken, dass Sie oft sauer werden auf Ihr Kind, machen Sie sich bewusst, warum. Sind Sie überlastet, fühlen Sie sich hilflos? Werden Sie daran erinnert, dass Sie als Kind auch oft traurig waren und niemand Sie getröstet hat? Was immer es ist, was Sie wütend macht - Ihr Kind kann nichts dafür. Im Gegenteil: Es braucht Ihren Schutz. Wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, diesen Schutz zu geben, holen Sie Hilfe!

Professionelle Hilfe vom Arzt oder einer Beratungsstelle holen

Es ist ganz normal, dass Eltern an ihre Grenzen kommen, wenn sie ein Baby versorgen. Ebenso kommt es vor, dass Säuglinge abweisend reagieren, weil ihnen alles zu viel ist und sie mehr Ruhe brauchen. Achten Sie deshalb gut auf sich und ihre Kräfte und auf die Zeichen, die das Kind sendet. Holen Sie sich Hilfe und Unterstützung von einem Arzt oder einer Beratungsstelle der Caritas, wenn Sie

  • sich nicht mit Ihrem Kind beschäftigen können oder mögen
  • sich sehr unsicher oder gestresst mit Ihrem Kind fühlen
  • häufig niedergeschlagen sind
  • Ihre neue Aufgabe als Mutter oder Vater dauernd überfordert
  • das Gefühl haben, Ihr Kind zeigt kein Interesse an Ihnen und seiner Umwelt.

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