Pflegeeltern für Chemnitz gesucht

Pflegeeltern für Chemnitz

Kinder erfahren einen dramatischen Einschnitt in ihrem Leben, wenn sie von ihren Eltern getrennt werden. Dies kann notwendig sein, wenn beispielsweise Mutter und Vater wegen anhaltender Überforderung, Krankheit oder Suchtproblemen nicht in der Lage sind gut für ihre Kinder zu sorgen.

Dann benötigen die Mädchen oder Jungen umgehend einen sicheren Platz, an dem sie zur Ruhe kommen können, wo sie liebevoll betreut und versorgt werden.

Ein solcher Platz kann bei Verwandten oder in einer Familiären Bereitschaftspflege (FFB) sein. Einige wenige Familien leisten gegenwärtig diese anspruchsvolle Aufgabe in Chemnitz. Doch der Bedarf ist weitaus größer. Ziel dieser Pflegeform ist die liebevolle Versorgung der Kinder, bis ihre Perspektive geklärt ist.

Manche Kinder benötigen nur für einen gewissen Zeitraum (befristete Vollzeit-pflege) ein neues Zuhause. Beispielsweise können die Gründe in der Trennung der Eltern liegen. Eine Therapie oder die Haftstrafe eines Elternteils sind weitere Lebens-umstände, die zu einer zeitweisen Trennung von Kindern und Eltern führen können. Ziel ist es, dass sich die Situation der Familie stabilisiert, so dass ein gemeinsames Leben von Eltern und Kindern später wieder möglich wird.

Andere Kinder bedürfen für einen längeren Zeitraum oder dauerhaft einen sicheren Lebensort außerhalb ihrer Herkunftsfamilie, an dem sie geborgen aufwachsen können (unbefristete Vollzeitpflege). Dann sollten diese Kinder in einer Pflegefamilie eine zweite Chance und ein gutes Zuhause finden.

In Chemnitz gibt es 229 Pflegekinder und 198 Pflegefamilien (Stand 12/2019). Die Mädchen und Jungen erhalten die Möglichkeit, noch einmal "Familie" neu kennenzulernen, liebevolle Versorgung und Förderung zu erleben.

Ein Teil dieser Pflegefamilien wird durch den Dienst"Begleitung von Pflegefamilien" des Caritasverbandes begleitet.

Für Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren suchen wir für jede Form der Pflegschaft, in Chemnitz

  • Familien
  • Paare
  • Alleinstehende
  • Alleinerziehende

die bereit sind, Ihr Herz und Ihr Zuhause für ein Kind zu öffnen.

Pflegeeltern müssen zur Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und anderen Beteiligten bereit sein. Pflegeeltern benötigen Toleranz und Verständnis für die leiblichen Eltern, um mit ihnen zum Wohl des Kindes zusammenzuwirken.

Voraussetzungen für Pflegeeltern sind

  • Freude am Umgang mit Kindern
  • Liebe, Offenheit und Verständnis
  • Einfühlungsvermögen, Geduld und Toleranz
  • Belastbarkeit
  • Zeit und Flexibilität
  • geordnete wirtschaftliche Verhältnisse
  • ausreichend Wohnraum
  • deutsche Sprachkenntnisse

Unterstützung von Pflegeeltern

  • Beratung und Unterstützung durch den Pflegekinderdienst des Amtes für Jugend und Familie in Chemnitz
  • oder durch "Pflegeeltern für Chemnitz" des Caritasverbandes für Chemnitz und Umgebung e.V. (im zugeordneten Sozialraum)
  • bei besonderem erzieherischen Bedarf zusätzlich durch eine Flexible Hilfe für Pflege-und Adoptivfamilien durch den Caritasverband für Chemnitz und Umgebung e.V.
  • Pflegegeld für die Sicherstellung des Lebensunterhaltes ihres Pflegekindes
  • Fortbildungsangebote
  • Angebote zum Erfahrungsaustausch

Können Sie sich vorstellen ein Kind bei sich aufzunehmen?Der Caritasverband für Chemnitz und Umgebung e.V. bietet sei 2011 Familien, Paaren und Einzelpersonen Beratung und Unterstützung an.

Es ist eine Lebensentscheidung, Pflegeeltern zu werden. Wenn Sie darüber nachdenken, ob die Aufnahme eines Kindes Ihre Aufgabe sein könnte, begleiten wir Sie gern im Entscheidungsprozess. Im persönlichen Gespräch werden Sie gut informiert und vorbereitet, um eine tragfähige Entscheidung treffen zu können.

In unseren Veranstaltungen bieten wir allen Interessierten grundlegende Informa-tionen über die Voraussetzungen, die Aufgaben und das Bewerberverfahren zur Anerkennung als Pflegefamilie an.

Ihre Fragen beantworten wir auch am Telefon oder per Email.

Gerne kommen wir mit einer Präsentation zum Thema und zur Beantwortung Ihrer Fragen:

  • zu Institutionen und sozialen Akteuren in den Chemnitzer Stadtteilen
  • in Kitas und Schulen im Rahmen von Elternabenden oder an Mitarbeiter-besprechungen
  • in Kirchgemeinden beispw. zu Familien - und Gemeindegruppen, Frauen-treffen oder Eltern-Kind-Kreise

Es gibt vielfältige Orten und Gelegenheiten, um über Chancen und Risiken der Pflegeelternschaft zu sprechen. Wir freuen uns über Ihre Einladung.

Vielleicht können gerade Sie einem Kind in seiner Not begegnen?

Dann nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf.

 

Wenn Sie unsere Pflegeelternarbeit finanziell unterstützen möchten, nutzen sie bitte die Spendenseite unseres Caritasverbandes.

 

 

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Muss ich zu Hause bleiben, um ein Kind aufnehmen zu können?

    • Pflegekinder brauchen viel Zeit. Sie haben belastende Erfahrungen gemacht, die sie noch nicht verstehen können, bringen häufig Entwicklungsverzögerungen mit und müssen sich im neuen Umfeld erst einmal zurechtfinden. Deshalb ist es bei der auf Dauer angelegten Aufnahme eines Kindes unter sechs Jahren in der Regel nötig, zumindest in der Anfangszeit rund um die Uhr für das Kind da zu sein. Pflegeeltern dieser Kinder haben Anspruch auf Elternzeit, erhalten allerdings (aufgrund des Pflegegeldes) kein zusätzliches Elterngeld.

    • Werden Kinder befristet aufgenommen, zum Beispiel für die Dauer einer Therapie der Sorgeberechtigten, wird versucht, ihr soziales Umfeld möglichst zu erhalten. Sie besuchen weiterhin ihren bisherigen Kindergarten oder ihre Schule.  

Gibt es eine Altersgrenze, um ein Kind aufzunehmen?

    • Die im Amt für Jugend und Familie geltenden Altersgrenzen orientieren sich an der gesellschaftlichen Entwicklung. Pflegeeltern, die ein Kind unbefristet, also auf Dauer aufnehmen wollen, sollten in einem möglichst natürlichen(Pflege-) Eltern-Kind-Verhältnis stehen. Deshalb gilt die Regel: Es sollten 50 Jahre Altersabstand nicht überschritten werden. Das heißt zum Beispiel, dass 55-Jährige ein 5-Jähriges Kind auf Dauer aufnehmen können, aber kein Baby mehr großziehen dürfen.

    • Werden Kinder nur vorübergehend, d.h. befristet aufgenommen, spielt das Alter der Pflegeeltern eine untergeordnete Rolle. Solange sie sich fit fühlen und den Anforderungen des Alltags mit Kind gewachsen sind, können sie sich als Pflegeeltern engagieren. Außerdem werden auch Pflegeeltern für größere Kinder gesucht, zu denen "reifere" Eltern besser passen.

Muss ich ein separates Kinderzimmer zur Aufnahme eines Pflegekindes haben?

  • Für kleine Kinder genügt es, wenn Sie in ihrer Wohnung ausreichend Platz zum Schlafen, Spielen und Essen haben. Insbesondere jüngere oder traumatisierte Kinder suchen die Nähe der Bezugspersonen und wollen nicht allein sein. Große Kinder benötigen einen eigenen Rückzugsort.

Kann ich Pflegeperson werden, obwohl ich von Hartz IV leben muss?

  • Ja, wenn Sie bisher in der Lage sind, mit Ihrem Einkommen auszukommen, muss dies kein Hindernisgrund sein. Die materielle Versorgung des Pflegekindes übernimmt das Amt für Jugend und Familie.

Wie hoch ist das Pflegegeld?

  • Das Amt für Jugend und Familie unterstützt Pflegeeltern fachlich und  finanziell. Das monatliche Pflegegeld enthält die Unterhaltskosten für das Kind (je nach Alter des Kindes zwischen 500 € und 700 € etwa) und eine altersunabhängige Aufwandsentschädigung für die Erziehungsleistung der Pflegeeltern (etwa 240 €).

Vermittelt der Caritasverband in Chemnitz Pflegekinder?

  • Nein. Der Caritasverband berät Interessierte und begleitet einen Teil der Chemnitzer Pflegfamilien umfassend. Die Eignungsfeststellung und Schulung der Bewerber obliegt dem Amt für Jugend und Familie ebenso, wie die Vermittlung der Kinder in Pflegefamilien.

Warum sollte der Kontakt des unbefristeten Pflegekindes zur Herkunftsfamilie bestehen bleiben?

  • Je nach Alter und individueller Bindungserfahrung hat jedes Kind eine ganz persönliche Beziehung zu seiner Herkunftsfamilie. Für die Entwicklung des Selbstbildes und der eigenen Identität ist es wichtig, die elementaren Fragen beantworten zu können: "Wo komme ich her?", "Warum kann ich nicht bei meinen Eltern leben?", "Wie sind meine Eltern und Geschwister und wie geht es Ihnen?", "Welche Eigenschaften habe ich von Ihnen, ähneln wir uns?" usw
    Pflegeeltern können den Ihnen anvertrauten Kindern durch einen respektvollen Umgang mit den leiblichen Eltern und liebevolles Zuhören und Erklären helfen, die eigene Familiengeschichte besser zu verstehen, bei Umgangskontakten auch die positiven Eigenschaften der Eltern wahrzunehmen und damit verbunden ein positives Selbstbild zu entwickeln.  Gleichzeitig hilft es auch den Pflegeeltern, ihr Kind besser kennen- und verstehen zu lernen. Die Häufigkeit und die Gestaltung der Kontakte sollte sich immer am Entwicklungsstand und den Bedürfnissen des Kindes orientieren.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit dem Pflegekinderdienst und dem Jugendamt praktisch aus?

  • Die zuständige Mitarbeiterin des Pflegekinderdienstes steht den Pflegeeltern telefonisch oder per Email zur Verfügung, wenn sie Fragen zum Alltag mit dem Kind haben. Sie werden darüber hinaus regelmäßig besucht, so dass auch der Kontakt der Mitarbeiterin zum Kind gegeben ist.

  • Bei Bedarf können auch die Umgangskontakte mit der Herkunftsfamilie des Kindes begleitet werden. Ihr privater Wohnraum wird dafür nicht beansprucht, Kontakte finden i.d.R. auf neutralem Boden statt.

  • Außerdem finden in größeren Abständen "Hilfeplangespräche" statt, bei denen alle Beteiligten im Amt für Jugend und Familie zusammentreffen, um über die bisherige Entwicklung des Kindes und nächste Schritte zu beraten. Diese Termine werden vom zuständigen Pflegekinderdienst gemeinsam mit der jeweiligen Pflegefamilie vorbereitet.

 

Erfahrungsberichte

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Jeden Tag werde ich mit dem Lächeln eines Kindes beschenkt. mehr

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Von der Kurzzeitpflege zur unbefristeten Vollzeitpflege

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Erfahrungsbericht von Frau M. (Familiäre Bereitschaftsbetreuung)

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