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An der Kaffeetafel mit dem Staatsoberhaupt:

Im Rahmen der aktuellen Ereignisse in Chemnitz besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. November die Stadt. Zwei unserer Mitarbeiter hatten Gelegenheit, an der Gesprächsrunde im Staatlichen Museum für Archäologie (SMAC) teilzunehmen: Irina Hilbert, Koordination Ehrenamt im Bereich Asyl (KEBA) und Maytham Jabar, Leiter des Café International.

Ab 14 Uhr stand die Kaffeetafel, an der 13 geladene Bürgerinnen und Bürger - davon sechs mit Migrationshintergrund - und der Bundespräsident zusammenkamen, zunächst unter immensem Blitzlichtgewitter. Aus dem ganzen Land waren Medienvertreter nach Chemnitz gereist, um über den Besuch Steinmeiers zu berichten. Doch erst nach einer Stunde begann unter Ausschluss der Öffentlichkeit das eigentliche Gespräch - ganz persönlich und ohne Journalisten. Es wurde sich rege ausgetauscht zu Aspekten der Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Integration und Abschottung, links- und rechtsgerichteten Politik sowie zum Zusammenleben in einer Einwanderungsgesellschaft. Frank-Walter Steinmeier konnte sich dabei einen Eindruck zur Stimmung in der Stadt verschaffen. Die Bürgerinnen und Bürger hatten Gelegenheit, ihre Gefühle zur aktuellen Lage auszudrücken und dem Bundespräsidenten Impulse nach Berlin mitzugeben.

"Es wurden die Karten auf den Tisch gelegt", zieht Maytham Jabar Fazit. Irina Hilbert ergänzt: "Das Gespräch sorgte für einen aufschlussreichen Austausch. Alle Beteiligten fanden mit ihren Fragen und Sorgen Gehör beim Bundespräsidenten", so die KEBA-Leiterin. "Herr Steinmeier interessierte sich auch für uns als Menschen. Zum Beispiel fragte er mich ganz speziell nach meiner Arbeit im Caritasverband."

Das Zusammenleben in unserer Stadt funktioniert nur mit Respekt, fasst Maytham Jabar das Ergebnis der Gesprächsrunde zusammen. "Verbrecher gibt es in allen Nationalitäten. Aber deren Verurteilung ist Aufgabe der Polizei."