Pflegeeltern für Chemnitz

zwei Kinder in der Hängematte

Insbesondere die große Zahl drogenabhängiger und psychisch kranker Eltern bringt viel Leid für die betroffenen Kinder mit sich. Doch es gibt auch vielfältige andere Gründe, die dazu führen, dass Kinder außerhalb ihrer Familien untergebracht werden müssen.

Der Bedarf an liebevollen Pflegeeltern, die bereit und in der Lage sind, vorübergehend oder auf Dauer ihr Zuhause für ein Kind in Not zu öffnen, ist deshalb auch 2016 sehr groß!

Gegenwärtig leben etwa 190 Kinder und Jugendliche vorübergehend oder dauerhaft in einer Pflegefamilie in Chemnitz. Sie erhalten die Möglichkeit, noch einmal neu Familie kennenzulernen, liebevolle Versorgung und Förderung zu erleben.

Um noch mehr Kindern diese Chance geben zu können, suchen wir Pflegeeltern: 

  • Familien
  • Paare
  • Alleinstehende, Alleinerziehende

die bereit und in der Lage sind, ein Kind zwischen 0 und 14 Jahren für eine befristete Zeit oder sogar dauerhaft aufzunehmen. Sie entscheiden selbst, in welchem Umfang sie Hilfe leisten wollen und welche Altersgruppe Ihnen besonders am Herzen liegt. Außerdem werden tolerante Pflegeeltern, gern auch mit eigenem Migrationshintergrund, für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht. 

      

  
Voraussetzungen für Pflegeeltern   

  • Freude am Umgang mit Kindern
  • Einfühlungsvermögen, Geduld und Toleranz
  • Belastbarkeit
  • Flexibilität und Offenheit
  • Zeit
  • ausreichend Wohnraum
  • geordnete wirtschaftliche Verhältnisse
  • Verständnis für die Eltern des Kindes und Bereitschaft zur Zusammenarbeit
  • deutsche Sprachkenntnisse

Pflegeeltern erhalten Unterstützung   

  • Beratung und Begleitung durch den Pflegekinderdienst des Amtes für Jugend und Familie in Chemnitz
  • Niederschwellige Beratung und bei besonderem Bedarf Begleitung durch den Caritasverband für Chemnitz und Umgebung e.V.möglich
  • Pflegegeld für die Sicherstellung des Lebensbedarfes ihres Pflegekindes
  • Fortbildungsangebote
  • Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch im Verein der Pflege- und Adoptiveltern und dem christlichen Mutmachkreis in Chemnitz

Vielleicht können gerade Sie einem Kind in seiner Not begegnen?

Wenn Sie darüber nachdenken, ob die Aufnahme eines Kindes Ihre Aufgabe sein könnte, oder sie einfach Fragen dazu haben, freue ich mich, wenn Sie Kontakt zu mir aufnehmen. Ich berate und begleite Sie gern im Entscheidungsfindungsprozess und statte Sie mit den notwendigen Grundinformationen speziell für Chemnitz aus.

Gerne komme ich auch in Ihre Familiengruppe, Kita, Schule, Frauengruppe, ihren Eltern-Kind-Kreis usw. um über Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der Pflegeelternschaft zu sprechen.

Wir arbeiten im Auftrag des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Chemnitz und werden durch diese mit finanziert.

Wenn Sie unsere Pflegeelternarbeit finanziell unterstützen möchten, nutzen sie bitte die Spendenseite unseres Caritasverbandes.

Nachricht

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Antworten auf häufig gestellte Fragen

Muss ich zu Hause bleiben, um ein Kind aufnehmen zu können?

  • Pflegekinder brauchen viel Zeit. Sie haben belastende Erfahrungen gemacht, die sie noch nicht verstehen können, bringen häufig Entwicklungsverzögerungen mit und müssen sich im neuen Umfeld erst einmal zurechtfinden. Deshalb ist es bei der unbefristeten Aufnahme eines Kindes unter sechs Jahren nötig, zumindest in der Anfangszeit rund um die Uhr für das Kind da zu sein. Pflegeeltern unbefristet aufgenommener Pflegekinder haben Anspruch auf Elternzeit, erhalten allerdings aufgrund des Pflegegeldes kein zusätzliches Elterngeld.
  • Werden Kinder befristet aufgenommen, zum Beispiel für die Dauer einer Therapie der Sorgeberechtigten, wird ihnen ihr soziales Umfeld möglichst erhalten. Sie besuchen weiterhin ihren Kindergarten oder ihre Schule.  

Bin ich zu alt, um ein Kind aufzunehmen?

  • Die im Amt für Jugend und Familie geltenden Altersgrenzen orientieren sich an der gesellschaftlichen Entwicklung. Pflegeeltern, die ein Kind unbefristet, also auf Dauer aufnehmen wollen, sollten in einem möglichst natürlichen Eltern-Kind-Verhältnis zueinander stehen. Deshalb gilt die Regel: Es sollten 50 Jahre Altersabstandnicht überschritten werden. Das heißt zum Beispiel, dass 55-Jährige ein 5-Jähriges Kind unbefristet aufnehmen können aber kein Baby auf Dauer versorgen dürfen.
  • Werden Kinder nur vorübergehend, also befristet aufgenommen, spielt das Alter der Pflegeeltern eine untergeordnete Rolle. Solange sie sich fit fühlen und den Anforderungen des Alltags mit Kind gewachsen sind, können sie sich als Pflegeeltern engagieren.

Muss ich ein separates Kinderzimmer zur Aufnahme eines Pflegekindes haben?

  • Für kleine Kinder genügt es, wenn Sie in ihrer Wohnung ausreichend Platz zum Schlafen, Spielen und Essen haben. Insbesondere jüngere oder traumatisierte Kinder suchen die Nähe der Bezugspersonen und wollen nicht allein sein. Große Kinder benötigen einen eigenen Rückzugsort.

Kann ich als Hartz IV-Empfängerin Pflegemutter werden?

  • Ja, wenn Sie bisher in der Lage sind, mit Ihrem Einkommen zu leben. Die materielle Versorgung des Pflegekindes übernimmt das Amt für Jugend und Familie.

Wie hoch ist das Pflegegeld?

  • Das Amt für Jugend und Familie unterstützt die Aufgabe der Pflegeeltern u.a. finanziell. Das monatliche Pflegegeld enthält die altersabhängige Unterhaltskosten für das Kind (zwischen 500 € und 700 € etwa) und eine altersunabhängige Aufwandsentschädigung für die Erziehungsleistung der Pflegeeltern (237 €).

Welche Rolle spielt das Jugendamt, haben wir dann laufend „Amtsbesuch“?

  • Das Amt für Jugend und Familie prüft, schult vermittelt und begleitet Pflegeeltern. Die für Sie zuständige Mitarbeiterin des Pflegekinderdienstes steht Ihnen telefonisch oder per Email zur Verfügung, wenn Sie Fragen zum Alltag mit dem Kind haben. Sie werden ab und zu besucht, um die Entwicklung des Kindes von Seiten des Pflegekinderdienstes im Blick zu behalten. Außerdem werden in größeren Abständen gemeinsam Hilfepläne geschrieben, bei denen alle Beteiligten im Amt für Jugend und Familie zusammenkommen.  Ihr privater Wohnraum wird i.d.R. auch nicht für die Durchführung der Kontakte mit der Herkunftsfamilie des Kindes genutzt. Diese finden besser auf neutralem Boden statt.

Warum sollte der Kontakt des unbefristeten Pflegekindes zur Herkunftsfamilie bestehen bleiben, es ging ihm doch dort nicht gut?

  • Je nach Alter und individueller Bindungserfahrung hat jedes Kind eine ganz persönliche Beziehung zu seiner Herkunftsfamilie. Für die Entwicklung des Selbstbildes und der eigenen Identität ist es wichtig, die elementaren Fragen beantworten zu können: "Wo komme ich her?", "Warum kann ich nicht bei meinen Eltern leben?", "Wie sind meine Eltern und Geschwister, und wie geht es Ihnen?", "Welche Eigenschaften habe ich von Ihnen, ähneln wir uns?" usw.
    Pflegeeltern können den Ihnen anvertrauten Kindern durch einen respektvollen Umgang mit den leiblichen Eltern und liebevolles Zuhören und Erklären helfen, die eigene Familiengeschichte besser zu verstehen, bei Umgangskontakten auch die positiven Eigenschaften der Eltern wahrzunehmen und damit verbunden ein positives Selbstbild zu entwickeln.  Gleichzeitig hilft es auch den Pflegeeltern, ihr Kind besser kennen- und verstehen zu lernen. Die Häufigkeit und die Gestaltung der Kontakte sollte sich aber immer am Entwicklungsstand und den Bedürfnissen des Kindes orientieren.

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