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25 Jahre Bahnhofsmission in Chemnitz

Zwischen 17.000 und 21.000 Menschen pro Jahr kommen mit der Bahnhofsmission am Chemnitzer Hauptbahnhof in Kontakt. In den letzten 25 Jahren waren dies über eine halbe Million Menschen.

Eine stolze Zahl, auf die die Leiterinnen Schwester Claudia-Maria und Marion Wegertseder zurückblicken können. Denn neben Umsteigehilfen und Reisebegleitungen leistet die Bahnhofsmission auch wichtige Hilfe für in Not geratene Menschen: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewähren Gastfreundschaft, hören zu und vermitteln bei Bedarf Hilfen aller Art. Erwähnenswert ist, dass dieser barmherzige Dienst an dem Nächsten hauptsächlich von Ehrenamtlichen getragen wird.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Bahnhofsmission fand am Montag, dem 23. April eine Feierstunde in der Jakobikirche statt. Neben vielen ehemaligen und aktiven Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission waren auch einige interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend. Pfarrerin Anne Straßberger und Pater Albert Krottenthaler führten durch den ökumenischen Gottesdienst. Anschließend wurden verschiedenen Grußworte verlesen.

Zu Wort kamen unter anderem die Geschäftsführerin des Caritasverbands, Sabine Geck, die Direktorin der Stadtmission, Karla McCabe sowie Christian Baron, Vorsitzender der Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission in Deutschland und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Katholischen  Bahnhofsmissionen in Deutschland. Sie betonten die Wichtigkeit der Bahnhofsmissionsarbeit und wünschten dem Team auch weiterhin viel Erfolg bei seiner Tätigkeit.

Schwester Claudia-Maria und Marion Wegertseder übernahmen das Schlusswort und baten alle ehemaligen und aktiven Ehrenamtlichen nach vorne, um Ihnen ihren Dank für die geleistete Arbeit auszusprechen. Im Anschluss erhielten die Gäste die Möglichkeit des Begegnens und Kennenlernens im Rahmen eines Stehempfangs.

Die Bahnhofsmission in Chemnitz - damals und heute

1902 gegründet, kümmerte man sich in der Bahnhofsmission zunächst um in Not geratene Mädchen und junge Frauen. Nach Schließung während der NS-Zeit wurde sie schließlich 1946 wiedereröffnet. Schon damals war sie ökumenisch ausgerichtet und beschäftigte sowohl evangelische als auch katholische Mitarbeiterinnen. Zu dieser Zeit wurden vor allem Geflüchtete und Heimkehrer unterstützt. Zudem waren kriegsbedingt sehr viele Menschen obdachlos.
Nach Gründung der DDR nahm die Bahnhofsmission 1953 die Arbeit an den Bahnsteigen wieder auf. Die Gehörlosenarbeit begann. Doch schon Anfang 1956 erfolgt die Zwangsschließung.

Am 23. April 1993, nach 37-jähriger Schließzeit, öffnete die Bahnhofsmission wieder ihre Türen, nun als kirchliche Bahnhofsmission in ökumenischer Trägerschaft mit der Stadtmission Chemnitz e. V. In dieser Form existiert sie bis heute. Derzeit besteht das Team aus den beiden hauptamtlichen Leiterinnen, einer über soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt Angestellten sowie 36 Ehrenamtlichen. Des Weiteren bietet die Bahnhofsmission jedes Jahr eine Stelle im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes an.